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Aleppo, Ankara, Zürich, Berlin, …

Foto: Aleppo, Ankara, Zürich, Berlin, …

Die Vorweihnachtszeit verlangt mir in diesem Jahr alles ab! Nicht so sehr als Pfarrer, da meine Amtswoche ruhig verlaufen ist, sprich «ohne Abdankung». Das verschafft Luft für anderes und ich spüre, dass ich sie dringend brauche, diese Luft.
Seit Wochen habe ich die Ereignisse in Aleppo (stellvertretend genannt auch für die andere Orte, in denen Menschen grausame Verbrechen verüben) verfolgt und kann nach wie vor nicht fassen, dass wir einfach zuschauen. Andererseits stellt sich die Frage, was wir denn sonst tun könnten, ausser zuschauen!?

Gestern haben sich dann die Schreckenmeldungen überschlagen: Der russische Botschafter in Ankara wurde von einem Polizisten erschossen, in einem islamischen Zentrum in Zürich fielen Schüsse und in Berlin sind mindestens 12 Menschen getötet worden. Auch hier stellt sich die Frage: Was können wir tun?

Sollen wir Weihnachten ausfallen lassen, weil Licht und Frieden nicht so recht in unsere Welt passen?

Ich bin überzeugt, dass Weihnachten feiern jetzt um so wichtiger ist! Vielleicht stiller als sonst, mit weniger grossen Geschenkbergen, aber im bewussten Blick auf das Kind in der Krippe. Gott kommt nicht als König zu uns, sondern in Armut im Stall, «denn in der Herberge war kein Platz.» Auch in Zweifel und Verzweiflung ist Gott uns in diesem Kind nah, das seinen Weg bis ans Kreuz ging. Und ich finde Halt in dem für mich unendlich traurigen, aber auch unendlich schönen Weihnachtslied von Jochen Klepper:

Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern.
So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern!
Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest!

 

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2 Kommentare

  1. Gewalt säen, so etwas Ähnliches kommt in den Sprüchen vor, also im alten Testament. Ja, es sieht arg aus auf dieser Welt. Nur ist jeder Mord ein Frevel und ich glaube nicht, dass Gott Freude am Tod des russischen Botschafters hat. Übrigens hat Karma nichts mit dem Christentum zu tun.

  2. beim Russischen Botschafter kommen mir die Worte in den Sinn; “ wer Gewalt sät, kommt in der Gewalt um“ oder so ähnlich. Das ist für mich Karma im Alltag, Karma ist die Folge der Tat. Wir ernten was wir sähen und so hat er stellvertretend für sen Land die Ernte eingefahren. Traurig aber doch irgendwie gerecht.

    Erwin

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