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Auf den Säntis

Foto: Auf den Säntis
Kurz vor dem Säntisgipfel

Auf den Säntis

Konflager 2016: mit einer Gruppe von sieben Jungs brechen wir an einem nebligen Oktobertag morgens um halb acht in Wildhaus auf. Es ist kalt und feucht, aber es zieht alle in die Höhe. Und wir wissen, warum: Nach knapp zwei Stunden durchbrechen wir die Nebeldecke. Die Sonne bescheint die steilen Grashänge des Chalbersäntis, wir legen eine Rast ein und ziehen Jacken und Pullover aus. Trotz null Grad können wir im Tshirt bis auf den Grat steigen. Oben zieht die Bise über die Kuppen, es liegt erster Schnee in den Grasmulden. Nach dreieinhalb Stunden Marschzeit und 1500 Höhenmetern erreichen wir den Säntisgipfel. Was für ein Ausblick!

Ich lade die Jungs auf ein Getränk ein, gern kehren wir jetzt ins warme Gipfelrestaurant ein. Einige leisten sich noch eine kleine Mahlzeit, andere futtern ihren Lunch. Es macht zufrieden, wenn man auf so einen Berg hochgelaufen ist. Sprichwörtlich und als Schule für das richtige Leben: Einen Berg bezwingen, das lohnt sich. Braucht manchmal Biss, aber lohnt sich.
Am Nebentisch sitzt ein älteres Ehepaar, das uns beobachtet. Nach einer Weile brechen die beiden auf, die Frau kommt zu uns herüber und spricht uns an. Was wir für eine Gruppe seien? Ich erkläre ihr, dass es Konfirmanden sind. Sie meint: Das seien tolle junge Leute, so bemerkenswert anständig – und ob sie selber hochgelaufen seien?
Ja, in dreieinhalb Stunden, entgegne ich. Sie zieht die Augenbrauen hoch und ich merke, dass ich schon ein wenig stolz bin auf die Jungs. Die Jugend von heute!

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2 Kommentare

  1. Ein interessant und gut geschriebener Text von einer sicher sehr erlebnissreichen Wanderung auf den Säntis.
    Ich frage mich nur, in was oder wie sich diese Wanderung unterscheidet zwischen einem Ausflug irgend einer Gruppe, zum Beispiel J+S.
    Für was werden den KUW-Lager durchgeführt?

    • In der Tat, es war einfach eine Wanderung. Für mich auch ein Gebet, aber solche Dinge sind subjektiv. Hingegen das Lager war eine Woche zusammen mit behinderten Menschen aus der Stiftung Orte zum Leben. Es war wundervoll zu sehen, wie sich Jugendliche auf die Aufgabe einlassen konnten, andere zu begleiten! Ein Tag davon war einfach für eigene Unternehmungen der Konfirmanden reserviert.

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