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Die Gottesformel

Foto: Die Gottesformel

Über mir wölbt sich der Weltraum in seiner Unendlichkeit. Sterne blinken, Planeten kreisen, Milchstrassen flimmern durch mein Sichtfeld.

Da rollt langsam und elegant der blaue Planet Erde über die Kuppel und verschwindet hinter der nächsten Biegung. Die grösste Weltraumsonde, die wie ein exotisches Insekt aussieht, kriecht über den Himmel.

Ich liege bequem auf einem überdimensionalen Kissen im „Traumzeit Dome“ des Europaparkes und lasse mir das faszinierende Mysterium des Weltalles und vor allem der Schwerkraft erklären.

Eine sonore Stimme bittet uns, sich den Himmel ohne Sterne, Sonnen, Planeten etc. vorzustellen. Doch das so entstandenen Nichts, sei kein Nichts, sondern Raum. Raum, der dehnbar, questschbar, formbar sei. Wenn nun der Planet Erde über diesen Raum rollt, so wird er verformt.Legt man nun über diese Dellen und Wellen, die Zeit – die seit Enstein relativ ist (also eine Sekunde ist nicht überall gleich lang!) – dann entstehe die Schwerkraft.

Mathematisch ausgedrückt: Raum X Zeit = Schwerkraft!

Ich bin fasziniert und amüsiert! Wie oft höre ich von Jugendlichen und Erwachsene, dass sie zwar nicht an Gott,  aber durchaus an die Naturwissenschaft, glauben. Die könne man doch wenigsten sehen!
Ich muss gestehen: ich sehe weder Raum noch Zeit. Aber ich spüre die Wirkung der Schwerkraft in meinem Leben! Und ich vertraue, dass diese Formel, die ich wohl nie wirklich begreifen werde, korrekt ist.

Schliesslich haben sie schlaue Köpfe erdacht. Und vielleicht sollte ich mir als Theologin eine Scheibe Vorstellungskraft und Mut von diesen schlauen Köpfen abschneiden und mir eine Formel für Gott ausdenken. Denn auch Gott ist ein Mysterium, nicht sichtbar, aber seine Wirkung kann ich in meinem Leben erfahren!

Doch wie könnte diese Formel aussehen?

Liebe X Allmacht = Gott (zu martialisch?)

Liebe X Geborgenheit = Gott (zu süss?)

Liebe X Geheimnis = Gott (zu abstrakt?)

Liebe X „der, der immer da ist“ = Gott (ja, das gefällt mir!)

PS: Bei Moses am brennenden Dornbusch stellt sich Gott mit den Worten „ich bin da“, „ich bin der Seiende“, „ich bin, der ich bin“ vor.

 

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