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Frohe Belanglosigkeit (oder so…)

Foto: Frohe Belanglosigkeit (oder so…)

Liebe Leserin, lieber Leser, gerne würde ich Ihnen frohe und besinnliche Weihnachten wünschen – leider bin ich mir nicht sicher, ob dies heute noch politisch korrekt ist. Der Weihnachtsbaum ist schon lange zum Festtagsbaum mit blinkenden Leuchtdioden geworden, Helen Fischer trällert alte Weihnachtslieder mit neuen Texten, die von Friede, Freude, Eierkuchen erzählen, aber nicht von Christi Geburt. Allerlei (skurrile) Dekorationen schmücken unsere Städte und Läden – aber klassische Weihnachtskrippen sind im öffentlichen Raum kaum noch zu sehen – oder werden wie in Neuchâtel aus dem öffentlichen Raum verbannt. Und es wird wohl nicht lange dauern, da werden wir die Engel als „Flügelpuppen“ bezeichnen, wie damals in der DDR.

Wir sind bemüht keinerlei Gefühle von Menschen zu verletzen, die einer anderen Religion angehören, oder die jegliche Religion ablehnen und verraten dabei ein Stück weit unsere eigene Kultur und Tradition.

Aber – kann eine Gesellschaft ohne Kultur und Tradition – ja – ohne Religion überhaupt überleben? Machen christliche Feste und Feiertage überhaupt einen Sinn, wenn man ihnen den Inhalt wegnimmt?

Weihnachten ist nicht als blosses Familienfest entstanden, sondern aus der tiefen Überzeugung unserer Vorfahren, dass in Jesus, Gott selber Mensch geworden ist. Und zwar wirklicher Mensch und nicht ein Supermann. Als kleines, hilfloses Kind ist er in armseligen Verhältnissen auf die Welt gekommen. Natürlich können hinter das Datum dieser Geburt und die Erzählungen von Hirten und Weisen historisch-kritische Fragezeichen gesetzt werden.

Aber darum geht es gar nicht – es geht um die Hoffnung der Menschen, die Gestalt bekommt. Es geht darum, dass Gott in die Dunkelheit der Welt ein Licht schickt. Es geht um die Provokation und um den Skandal, dass Gott seine Jenseitigkeit ein Stück weit aufgibt und diesseitig wird.

Mir bedeutet dies etwas.

Und wenn Gott sich zu uns Menschen herablässt, dann muss ich als Mensch vielleicht einfach den Mut aufbringen und zu meinem Glauben, zu meiner Hoffnung stehen. Nicht vereinnahmend, nicht invasiv, sondern als Freude, die ich gerne teile.

Und darum erlaube ich mir Ihnen – einfach so, aber von Herzen – eine gesegnete Weihnachtszeit zu wünschen!

 

 

 

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