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Gib nicht jetzt schon auf

Foto: Gib nicht jetzt schon auf

Zum bereits veralteten Neuanfang

Ich glaube daran, dass in jedem Anfang ein Zauber inne wohnt.
Auch in jedem neuen Jahr.
Ich erinnere mich an den Moment kurz vor Mitternacht an Silvester 2015:
Das kommende Jahr lag offen vor mir da.
Wie ein unbeschriebenes Blatt.
Noch Ungelebt.
Unbeschritten.
Ein leises Gefühl der Hoffnung, was alles möglich sein könnte,
lag zwischen mir und dem bevorstehenden Jahr.
Umgeben von stiller Vorfreude und Neugier.

Nun ist das neue Jahr einige Tage alt.
Der Alltag ist in seiner ganzen Grösse wieder da.
Das Leben eng und streng.
Die Gedanken der Silvesterfeier wie weit entfernte Träume.
Aber so schnell gebe ich nicht auf.

Ich erinnere mich.
Halte mich fest;
an die Erinnerung der Nacht vor 8 Tagen,
welche mir verheissen hat,
dass die Welt immer wieder offen steht
und Zauberhaftes passieren kann.

Nein ich vergesse nicht. Darum hängt in meiner Küche das Holstee Manifesto, das mich erinnert, wie wenig es braucht, um den Glauben an Neuanfänge und seien sie auch noch so klein, nicht zu verlieren. Auch wenn das Jahr schon 8 Tage alt ist oder mehr…

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5 Kommentare

  1. Stufen (Hermann Hesse)

    Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
    Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
    Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
    Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
    Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
    Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
    Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
    In andre, neue Bindungen zu geben.
    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
    Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

    Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
    An keinem wie an einer Heimat hängen,
    Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
    Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
    Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
    Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
    Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
    Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

    Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
    Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
    Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden …
    Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

      • meister eckhart verstehe ich so, dass man, wenn das leben, wie Sie schreiben, „eng und streng“ wird, unter umständen auch einen sinn darin entdecken kann, dass es nämlich dadurch weiter und offener wird. andererseits will ich das problem, das sie beschreiben, nicht in abrede stellen:

        eine hellseherin spricht:
        werde nicht zu dicht!

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