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Heldengeschichten

Foto: Heldengeschichten

Als Kind liebte ich Heldengeschichten. Ja manchmal lebte ich geradezu für sie. Ich gebe zu, „Knight Rider“ war der grösste Held meiner Kindheit. Egal wie schlimm die Dinge am Anfang jeder Fernsehfolge standen: Am Ende war alles wieder im Lot, das Böse gebannt, die Guten jubelten. Solche Geschichten waren eine Art Lebenselixier: Die Guten gewinnen! Immer! Am Ende jeder Folge! Helden sind dazu da, alles wieder zu richten. Und uns, die wir keine sind, zu retten.

Als ich dann später diesen Jesus und seine Taten kennenlernte, wäre es irgendwie auf der Hand gelegen, dass er nun zu diesem Superhelden würde für mich: Er rettete die Menschen vor allem Bösen und er siegte über alles, ja er war sogar stärker als der Tod. Könnte es einen Superhelden geben, der das noch übertraf? Aber meine Hingabe, wie ich sie für meine TV-Helden verspürte blieb aus. Ich weiss nicht, ob es am fehlenden Bildmaterial lag.

Aber an diesen Ostern verstand ich warum: Jesus ist gar kein Superheld. In keiner Weise. Helden brauchen Zuschauer und Bewunderer. Und das war niemals seine Absicht. Als Jesus zu einem neuen Leben kam, ging er nicht etwa zurück zu seinen Freunden und fand: „Hey lasst uns dort weitermachen, wo wir stehen geblieben sind. Ich geh voran, ihr hinterher.“ Er war zwar zurück, aber eben doch nicht richtig: Denn er sagte seinen verbliebenen, traurigen und schockierten Freunden, dass es nun an ihnen liegen würde. Sie hätten es in der Hand, wie das mit seiner Botschaft, die er da hatte, weitergehen würde. So etwas tut kein Superheld: Er steht nicht in die zweite Reihe zurück und findet: nun seid ihr dran und ich gebe euch meine ganze Kraft dazu. Und darum heisst Ostern nicht „als Zuschauer einen Superhelden feiern“, sondern „selbst aufstehen mit der Kraft des Einen“. Eigentlich gar nicht das, was ich wollte. Aber es scheint so, als müsste ich nun doch runter von meinem Sofa und mein Leben selbst in die Hand nehmen.

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