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„…Mach’s Maul auf…“

Foto: F. Pedrotti
Foto: F. Pedrotti

„Nein, diese Lutherfiguren sind leider alle ausverkauft“. Diese Antwort bekam ich in Göttingen einige Male zu hören, als ich eine „Luther Playmobil Figur“ kaufen wollte.

Luther ist in diesem Jahr „in“ und zwar nicht nur innerhalb der Kirche, sondern auch in der Gesellschaft. In der Kunst und Kultur ist Luther angekommen.

Aber auch im „normalen Leben“ ist Luther anzutreffen. Es gibt Luthersocken, Lutherkekse, Lutherbonbons, Luthernudeln und Luther Playmobil Figuren.

Ob das so sein muss, darüber kann man streiten.

Nicht streiten muss man über diesen Mann und seine Standhaftigkeit, seinen Willen und seine Frömmigkeit.

„Hier steh ich, ich kann nicht anders…“, soll er 1521 in Worms vor dem Kaiser, den allmächtigen der Kirche, den Kursfürsten gesagt haben, als es um die Wahrheit und die Aussagen der Bibel ging. Und dies, obwohl er dort kräftig Gegenwind bekam und sein Leben auf dem Spiel stand. Denn die Obrigkeit und Kirche duldeten keinen Widerspruch, wenn es um die Macht ging.

Das imponiert mir! Und zwar nicht nur bei Luther, sondern bei jedem Menschen, der selbstlos und nur der Wahrheit verpflichtet, sich hinstellt und diese Haltung einnimmt und vertritt.

Luther waren seine Argumente wichtiger als Autoritäten.

Menschen die nachdenken und nicht nur nachplappern was das Internet oder sonst irgendwelche Medien vorbeten, und die sich trotzdem nicht über andere stellen. So etwas nenne ich heute eine „Luther Haltung“.

Luther hat auch gesagt: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“
Diesen Satz muss man auch in der heutigen Zeit immer wieder sagen: Jeder ist Herr und jeder ist Knecht. Jeder ist frei und jeder ist untertan. Jeder diene dem anderen.

Für unsere Lebenswelt heisst das: Du kannst nicht einfach jemanden verunglimpfen, schlecht und fertig machen, nur weil der nicht deiner Meinung ist. Du kannst auch nicht einfach bei Facebook beleidigen, verletzen und lügen, nur weil du eine andere Meinung nicht aushältst.

Aber frei heraus sagen, was du denkst, das darfst du. Allerdings mit Respekt und vor allem: Mit Argumenten.

Den Mund kann dir keiner verbieten. Kein König, kein Kaiser und kein Papst. In Luthers Sprache heisst das: „Tritt fest auf. Mach’s Maul auf. Hör bald auf.“

 

 

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