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Non, je ne suis pas Charlie

Gott-Vater, Sohn Jesus und der Heilige Geist beim Anal-Sex. Der Koran, von Gewehrkugeln durchsiebt. Der Imam, der ihn sich vor die Brust hält, wird gleich mit erschossen. Das sind zwei Titelseiten von Charlie Hebdo.

Nein, das bin ich nicht. Niemals. Es widerspricht allen meinen Vorstellungen von Würde.

Ich bin ein anderer Franzose. Voltaire. Der Aufklärer sagte, was Toleranz und Freiheit ist: „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“

Nein, ich bin nicht Charlie Hebdo. Mir fehlt deren Mut. Dafür bewundere ich sie.

Zu oft habe ich die radikale Botschaft von der bedingungslosen Liebe Gottes, der Liebe Jesu, die sogar vor Feinden nicht halt macht, in meinen Predigten weichgespült. Ihr die Zähne gezogen. Aus Angst vor bösen Briefen am Montag und Kirchenaustritten am Dienstag.

So mutig wie die Satiriker von Charlie Hebdo will ich werden. Merci, dass ihr mich wachgerüttelt habt. Ich bin unendlich traurig, dass ihr dafür euer Leben lassen musstet.

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2 Kommentare

  1. Ich finde deinen Blog einen der besten Kommentare zu den Ereignissen. Kritisch und differenziert und auch noch selbstkritisch – ich kann mich dem voll anschliessen. Vielen Dank!

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