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Sisyphos

Die „lange Nacht der Kirchen“ war – wenigsten für mich – ein wunderschöner Anlass. Die Idee begeisterte mich, und ich habe mit Neugierde und Spannung im Programm geblättert, das durch die Post in jeden Haushalt geflattert ist, und mir auch die Zeit genommen, auf der Homepage zu surfen.

Der Anlass in meiner Gemeinde war klein aber fein. Es herrschte ein warme Stimmung des Miteinanders und der Gemeinschaft.

Die Freude wurde am nächsten Tag durch das schweizerische „Donald Duck-Blatt“ (weil man nur die Schlagzeilen lesen muss…) getrübt.

Dort stand in grossen Buchstaben, dass die nächste Lange Nacht der Kirchen im Kanton Baselstadt – dort heisst sie „Nacht des Glaubens“ und fand 2013 zum ersten Mal statt –  abgesagt worden sei. Der seit langem publizierte Termin vom 2. Juni 2017 sei leider auch der Temin für die letzte Runde der Fussballmeisterschaft. Weil nun der FCB – die heilige Kuh! – grosse Chancen habe, den Meistertitel zu ergattern, müsse die Innenstadt frei sein für die Meisterfeier.

Womit klar ist, wer oder was welchen Wert und welche gesellschaftliche Bedeutung hat.

Es sind diese Momente, wo ich mich als Christin und kirchliche Mitarbeiterin wie Sisyphos in der griechischen Sagenwelt vorkomme. Verflucht den Felsen den Berg hinaufzurollen, damit er – kaum oben angekommen – wieder hinunterrollt.

Mit einem Unterschied aber: Ich will mich eher als gesegnet sehen und bin überzeugt, dass sich für die Botschaft des Evangeliums der Einsatz durchaus lohnt, auch wenn man mit Frust und Rückschlägen konfrontiert wird.

In diesem Sinne: Die „Lange Nacht der Kirchen“ war eine motivierende und beflügelnde Nacht und ich freue mich auf eine Wiederholung!

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