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Soso, wir brauchen eine neue Nationalhymne…

Foto: Soso, wir brauchen eine neue Nationalhymne…

– Pardon, „Nationalhymne der Schweizerischen Eidgenossenschaft“, heisst es richtig.

(Achtung, jetzt wird’s ironisch… I-R-O-N-I-S-C-H…!)

Stimmt eigentlich. Die jetzige ist ja ein Kirchenlied. Nummer 519 im Reformierten Gesangbuch und Nummer 563 im Katholischen. Und wenn an einem gewöhnlichen Sonntag weniger als sieben Prozent der Wohnbevölkerung einen christlichen Gottesdienst besuchen, dann ist dieses Lied eine Zumutung für die restlichen über 93 Prozent.

Die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG) ist deshalb auf die Suche gegangen und hat durch einen Wettbewerb 208 neue Vorschläge bekommen. Sechs davon sind im Recall gelandet und der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Das finde ich gemein. Ich möchte mir gerne eine Meinung über alle bilden. Macht es nicht gerade die Schweiz aus, dass wir alle hier Wohnenden mit einbeziehen und darum die Postautos bis in den hintersten Krachen schicken, sodass auch die Kinder vom Napf das Gefühl haben, dazu zu gehören? Aber das nur so nebenbei.

Ich habe mir die sechs Vorschläge angehört und die Texte studiert. Und ich muss sagen: Momoll, da sind kreative Köpfe am Werk gewesen. Und Künstler. Allerdings besitze ich den roten Pass und habe darum an allen etwas auszusetzen.

Deshalb die Frage (Achtung, jetzt Kirchensprache): Wie um Himmels willen wollen wir uns auf eine neue einigen? Schwafelig antwortet die SGG: „Sobald der Siegerbeitrag die nötige Popularität in der Bevölkerung erreicht haben wird, werden die zuständigen Bundesbehörden den Siegerbeitrag zur neuen Nationalhymne machen… Oder das Volk darüber abstimmen lassen.“

Auf Deutsch: Ich werde die neue Hymne nicht mehr erleben, da ich in diesem Jahrhundert einmal sterben werde.

Mein Vorschlag: Wenn es unbedingt eine neue braucht, dann bitte ohne Text und radikal reduziert auf das Urschweizerische: Matterhorn und Kühe. Beide waren vor der Schokolade, der SVP und dem Rütlischwur da.

Den Song gibt es schon: „Matterhorn Project – Muh!“. Der ultimative dadaistische Knaller aus meiner Jugendzeit. Gegen den kann nun wirklich niemand etwas haben.

 

 

 

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