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Unbequeme Menschen lassen uns nicht bequem werden

Foto: Unbequeme Menschen lassen uns nicht bequem werden

Vermutlich gibt es sie in jeder Kirchgemeinde – die unbequemen Menschen.

Damit meine ich nicht die notorischen Querulanten, Jammerer und Motzer, denen man es nie recht machen kann.

Nein – ich meine die Menschen, die mit einem hohen spirituellen, sozialen, ökologischen und/oder politischen Engagement und Interesse den Finger dorthin tun, wo es weh tut. Wo man als Amtsperson oder Kirchenpflege aus der Komfortzone herausgeholt wird und kompetent reagieren sollte.

Diese Menschen können manchmal durchaus anstrengend sein. Ich habe auch schon das eine oder andere Mal innerlich geseufzt und im Stillen die Augen verdreht. Aber gleichzeitig bin ich als Pfarrerin solchen Menschen unendlich dankbar. Sie spiegeln und hinterfragen Entscheidungen, Abläufe und Gewohnheiten und zwingen zur Selbstreflexion und Selbstkritik. Verheerend für einen Amtsträger oder ein Gremium ist es, wenn man solche Menschen ignoriert, lächerlich macht und damit die Chance verpasst die eigenen Arbeit und Einstellung zu reflektieren.

Man bleibt dann in seiner Wohlfühlecke – aber eine Kirche in der Wohlfühlecke taugt nichts. Schliesslich heisst es nicht umsonst: „Ecclesia semper reformanda est!“ (deutsch: „Die Kirche muss immer wieder erneuert werden“)

In diesem Sinne sind solche unbequeme Menschen, durchaus das Salz der Erde und unersetzlich für die „reformierte“ Kirche.

 

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2 Kommentare

  1. „Damit meine ich nicht die notorischen Querulanten, Jammerer und Motzer, denen man es nie recht machen kann.

    Nein – ich meine die Menschen, die mit einem hohen spirituellen, sozialen, ökologischen und/oder politischen Engagement und Interesse den Finger dorthin tun, wo es weh tut. Wo man als Amtsperson oder Kirchenpflege aus der Komfortzone herausgeholt wird und kompetent reagieren sollte.“

    Die Kunst ist nur die notorischen Querulanten, Jammerer und Motzer von den anderen zu unterscheiden. Das ist eine sehr schwere Lebensübung …

    • im traum sagt einer zu mir: „wir geben uns mit dem tod zufrieden.“ ist das nun ein zu unbequemer oder ein zu bequemer oder weder noch?

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