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Weihnachtsleid

Foto: Weihnachtsleid

Eine Einladung für Getrennte und Zurückgelassene
Das Weihnachtfest. Sie kennen das. Jedes Jahr das Gleiche: Man trifft sich in der Familie, man isst zusammen, man lacht, man singt (bestenfalls), man streitet sich (je nach Promille-Pegel), man packt Geschenke aus und geht irgendwann mit übervollem Magen und Kopf wieder nach Hause. Eben. Wie jedes Jahr. Viele ärgern sich über diese ständige Wiederholung und sind doch zu träge, um etwas daran zu ändern. Hingehen und leicht verärgert sein, ist immer noch einfacher als gar nicht zu gehen!

Und sie merken erst, wenn das geliebtegehasste Fest nicht mehr ist, dass es eigentlich doch irgendwie schön war. Eine besondere Art des Aufgehobenseins war da, auch in all dem nervigen und schwierigen.
Für viele Menschen wird dieses Jahr dieses gewohnte Weihnachten nicht mehr sein: Sie haben sich getrennt in diesem Jahr. Sie sind alleine. Vielleicht haben sie sogar Kinder und die Kinder sind bei Mutter oder Vater am 24. Aber nicht bei ihnen. Oder ihr Partner ist gestorben. Dieses Jahr, das erste Mal ohne ihn oder sie. So ein Weihnachtsfest durchzustehen ist schwierig. Es gibt Menschen an diesen Weihnachten, die wissen nicht wohin mit sich, damit es irgendwie ein erträglicher Abend wird.

Ich kenne das. Ich verbringe Heiligabend auch ohne meine Kinder. Aber nicht zum ersten Mal. Jetzt geht‘s wieder. Und darum öffne ich meine Türe in meiner leicht chaotischen Wohnung für jene Getrennten und Zurückgelassenen, die nicht wissen, wohin mit sich an diesem Abend. Ich lade ein zu Apero um 18 uhr und Raclette ab 19 Uhr. Mein Partner, der ebenfalls ohne seine Kinder feiert, wird mir bei der Bewirtung helfen.

Von 22-23 Uhr habe ich noch ein Engagement (Gottesdienst), wer will kann dann alleine weiterfeiern bei mir zu Hause oder mitkommen.
Bitte doodle dich ein bis am 23.12, dann habe ich genug zu Essen für alle, freue mich auf die Mutigen, die es wagen zu mir zu kommen und nicht allein zu Hause bleiben:

 

http://doodle.com/poll/95epzpgb6emi9zv6

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4 Kommentare

  1. Hallo Corinne
    Meine Motivation an der persönlichen Feier teilzunehmen war mit Menschen zusammen zu sein, welche sich auch darüber freuen mit mir den Abend zu teilen. Es war ein wenig Mut erforderlich mich anzumelden. Als ich dann bei dir eingetroffen bin, fühlte ich mich auf Anhieb wohl. Ein persönlicher Austausch über wichtige Lebensthemen war möglich, auch wenn ich mich später mit Bauchweh auf dem Sofa entspannen musste;(
    Ich lauschte den Gesprächen und der frohen Stimmung im Haus und fühlte mich seelisch wohl und verbunden. Anderntags setzte sich gleich der Wunsch nach einer Neuauflage in meinem Kopf oder Herz fest. Ich würde mich für die nächste Weihnacht 2016 wieder anmelden oder selbst Gastgeber für Suchende sein. Herzlichen Dank für dein offenes Herz und Haus.
    Lieber Gruss
    Franco

  2. Grossartig!
    Ihr Engagement für den heutigen Heiligen Abend ist ein Zeichen wahrer und gelebter Mitmenschlichkeit! Herzlichen Dank!
    Wir freuen uns auf den Gottesdienst um 22 Uhr in Bremgarten.
    Alles Liebe.

  3. gratulation! und noch eine theologische bemerkung, die das beschriebene nicht konkurrenzieren will: alleinsein ist eine anthropologische kategorie.

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