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Wenn ich springe, dann springe ich…

Foto: Wenn ich springe, dann springe ich…

Seit den Sommerferien habe ich immer wieder mit Menschen über die Zeit gesprochen.

So viele Menschen haben das Gefühl, die Zeit läuft ihnen nur so davon.

Sie kämen kaum zum Luftholen: Ständig haben sie irgendwelche Termine, und wenn man noch Kinder hat, dann sind die Wochen vollständig durchgeplant und man kommt kaum zur Ruhe. Und plötzlich sind die Kinder gross und gehen ihre eigenen Wege.
Oder auch der Gedanke eines Brautpaares: Sie haben sich so lange auf diesen einen Tag gefreut, haben geplant und vorbereitet, dann sei es doch schade, dass dieser Tag so schnell vorbei ist.
Ähnlich ist es ja bei den Ferien: Ganz viele freuen sich schon wieder auf die Ferien, und meist freuen sie sich länger, als dass die Ferien dauern.

Ich habe mir überlegt:
Wie gehe ich eigentlich mit meiner Zeit um? Wie lebe ich? Ständig in der Zukunft, ständig im Planen, ständig mit der Agenda in der Hand?

Oder lebe ich im Jetzt? Lebe ich den Augenblick, bin ich ganz da im Moment, der doch mein Leben ist?!

Ich möchte von meinen Kindern lernen, die, wenn man sie lässt, ganz und gar im Moment leben und absolut versunken und zeitvergessen spielen können!

Ich habe mir also vorgenommen, mich noch nicht auf die Ferien zu freuen, sondern die Tage bis dahin mit all ihren Terminen und Begegnungen zu geniessen. Die Zeit am Esstisch mit meinen Kindern zu schätzen. Bei Gesprächen ganz da zu sein und nicht schon weiterzugehen.

So wie es die Geschichte von dem Mann erzählt, der, nach dem Grund seiner Gelassenheit gefragt, zur Antwort gab, dass er eben in all seinem Tun nicht schon einen Schritt weiter ist, sondern genau bei dem ist, was er gerade tut: Wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich gehe, dann gehe ich – und bin eben nicht schon am Ziel!

Ich wünsche allen so ein Stück Gelassenheit im Umgang mit der eigenen Zeit!

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3 Kommentare

  1. letzhin fragte mich eine älter frau: „geht es dir gut?“ „‚gut‘, so etwas blödes“, gab ich zur antwort. sie lachte. sie verstand. das geheimnis, nicht in eine entfremdung zum leben zu geraten, besteht darin, nicht zu schön zu denken. als ich mal z’tanz ging, fragte mich eine jüngere frau: „kommst du wieder tanzen?“ „heute lege ich mich flach hin“, erwiderte ich. „ja“, das wäre viel zu schön gewesen. das hätte die ganze bio-chemie so zerstört, dass ich ganz verkrampft geworden wäre. würde ich denken „jetzt“ oder „zeitvergessen“, das wäre die völlige zerstörung. das wort „lassen“ würde in mir bitterkeit erzeugen. „wenn ich tanze, tanze ich“ – und der abend wäre gescheitert. schon das wort „tanzen“: oh schreck! „nicht denken“, wird auch gesagt. katastrophe. was dann? „ein ankommendes“, wird gesagt. das erinnert an intuition und offenbarung.

  2. Kenne das Gefühl von null auf hunder aus meinem Berufsalltag sehr gut. Darum radle ich jeweils in aller Ruhe und sehr gemächlich zur Arbeit und wieder zurück. In dieser Zeit kann ich den Kopf lüften und mich auf den Alltag einstellen.

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