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Wir habens getan

Foto: Wir habens getan

Ja, es gibt einige Dinge im Leben, die tut man, aber man spricht nicht darüber. Es gehört sich nicht, darüber zu sprechen, weil es verboten ist, oder weil es ein Tabuthema ist. Ich würde ja gerne ein Tabuthema ansprechen und meine Leserinnen und Leser aus ihren Reserven zu locken, aber nein, es geht hier in diesem Blog um Verbotenes. Ja, leider. Und darum dürfte ich nicht darüber schreiben. Aber ich tus trotzdem. Gerade weil viele in meinem Umfeld, denen ich es erzählte, staunten und meinten: Was? Das ist verboten? Ja ist es.

Natürlich nicht von uns Reformierten. Sie kennen uns doch, wir (er)tragen viel, und bei uns hat vieles Platz. Nein, ich rede von meinen Mitchristen der anderen Konfession. Bei ihnen ist das, was wir taten, verboten. Und dennoch taten wir es. Mit Freude – nicht aus Rebellion, aus Überzeugung, über alle Grenzen hinweg.

Ob Sie schon erraten haben, wovon ich spreche?

Das gemeinsame Abendmahl. Wir feierten einen gemeinsamen Gottesdienst, Reformierte, Katholiken und die Evangelische Gemeinde. Schon zum zweiten Mal. Und alle, die daran teilnahmen, nahmen keinen Anstoss daran. Im Gegenteil, bei einigen wurde eine tiefe Sehnsucht erfüllt, dass wir alle gemeinsam das Abendmahl feiern können und nicht jeder für sich. Dass man sich für einmal nicht an dem stösst, was einander trennt, sondern das feiert, was gemeinsam ist.

Ich wünsche mir mehr von diesen kraftvollen Feiern. Ohne rebellisch oder zerstörerisch sein zu wollen oder die Tradition zu verachten. Nur aus reiner Sehnsucht, Gemeinsames zu feiern. Und um sich daran zu erinnern: Es ist einer, der unsere Mitte ist. Und dieser eine gehörte zu seinen Lebzeiten keiner von unseren christlichen Kirchen an.

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9 Kommentare

  1. Sie schreiben wirklich sehr gut, Frau Dobler! Ihr Blog gefällt mir so gut, eigentlich sollte es einen separaten Blog für Sie alleine geben.

    • das koennen wir natuerlich auch, aber es braucht keinen besonderen ort oder eine spezielle person dazu: ein ort der passt, eine person des vertrauens genuegt

  2. Also gut, ich oute mich auch: ich tue es! Heute nach der Arbeit fahre ich mit meinem Wagen auf der Autobahn nach Hause. Und zwar mit 130 km/h. Und dies obwohl nur 120 km/h erlaubt sind. Weshalb ich es tue? Weil ich dann schneller zu Hause bin. Und weil es mehr Spass macht. Und weil ich im Vergleich zu meinen Kollegen aus Deutschland immer noch mit dem Tempo einer Schnecke unterwegs bin. Und vor allem weil ich weiss, dass Gott mir vergeben wird!

    • hey oliver so wie ich dich kenne, sind 130km/h doch etwas bescheiden!? ich weiss nicht ob gott tempolimiten fordert und somit vergebung noetig ist… wer weiss, vielleicht war er es, der dich das letzte mal auf der autobahn ueberholt hat…?

      • Ja, Du hast Recht – 130 km/h sind bescheiden. Aber ich bin nunmal ein bescheidener Mensch 😉

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