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Zum 500. Geburtstag  – Ein exklusives Interview mit Teresa von Ávila

Foto: Zum 500. Geburtstag  – Ein exklusives Interview mit Teresa von Ávila

Am 28. März vor exakt 500 Jahren wurde die bekannte spanische Mystikerin Teresa de Ávila geboren. Mich hat die mutige Frau, die in der Männerwelt des 16. Jahrhunderts so selbstbewusst auftrat, schon lange fasziniert. Nicht nur baute sie einen Orden gegen alle Widerstände auf. Sie lebte auch ihre ganz eigene Spiritualität, bis zu nicht ganz jugendfreien ekstatischen Visionen.

Ich hatte das Glück, Teresa de Ávila an ihrem 500. Geburtstag zu einem exklusiven Interview zu treffen. Ihre 5 originellen Antworten auf meine Fragen auf Deutsch und im spanischen Original:

1. Teresa, zu welchem Thema möchtest du etwas sagen?

Ich möchte nicht wie ein Schwätzer zu jedem Thema irgend etwas sagen müssen.

No permitas que me haga charlatana y sobre todo adquiera el habito de decir algo sobre cualquier cosa.

2. Trotzdem nimmt es mich wunder: Du bist ja Nonne in einem Kloster. Was hältst du eigentlich von uns Männern?

Man kann euch Söhnen Adams einfach nicht trauen. (lacht)

…como son hijos de Adán y, en fin, todos varones, no hay virtud de mujer que no tengan por sospechosa.

3. In der Schweiz wird momentan über die ,Ehe für Alle‘ debattiert. Was hältst du ganz persönlich davon?

Die Liebe, wenn sie wirklich Liebe ist, ist unmöglich zu verstecken. Aber schreib das lieber nicht auf. Als ich das einmal aufgeschrieben habe, wurde ich von der Kirche zensiert und gewarnt: Sei vorsichtig!

El amor, si de veras es amor, es imposible esconderse. (Anmerkung: Die Seite, auf dem dieses Zitat stand, wurde von dem kirchlichen Zensor herausgerissen. Unten auf dem Blatt schrieb er die Warnung: „Seien Sie vorsichtig!“ (Váyase con tiento.)

4. Ich habe im Moment ziemlich viel Stress. Was hast du mir für einen Rat?

Nichts soll dich durcheinander bringen, nichts dich erschrecken, alles geht vorüber. Gott allein genügt.

Nada te turbe, Nada te espante, Todo se pasa, Quien a Dios tiene. Nada le falta: Sólo Dios basta.

5. Wir haben auf Sonntag Zeitumstellung. Ist das für dich auch so mühsam?

Nein. Ich freue mich darauf, den Wecker läuten zu hören. Ich merke, dass eine Stunde meines Lebens vorbei gegangen ist und fühle mich etwas näher bei Gott.

Es para mí una alegría oír sonar el reloj: veo transcurrida una hora de mi vida y me creo un poco más cerca de Dios.

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