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«…damit sie sich nicht etwa bekehren» (Mk 4,12)

Foto: «…damit sie sich nicht etwa bekehren» (Mk 4,12)

Am 19. September findet in Lenzburg die Theologische Tagung zur Einheit und Vielfalt der Aargauer Landeskirche statt (weitere Informationen und Link zur Anmeldung). Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Gottes- und Kirchenbildern. Neben einem Referat von Prof. Dr. Miriam Rose, Theologieprofessorin an der Universität Basel, und einer Podiumsdiskussion bieten unterschiedlichen Bibelarbeiten Raum, für Gespräche und Diskussionen über drängende und bedrängende Fragen der heutigen Zeit.

Verfasst von Pfarrer Christian Bieri

Jesaja erhält den Auftrag, dem Volk die Verstockung und das Gericht zu predigen (Jesaja 6,1-13). Jesus nimmt diese Worte 700 Jahre später auf, wenn er über den Sinn der Gleichnisse spricht, und sagt paraphrasiert: «Ich spreche in Gleichnissen, damit es niemand versteht und sich möglichst niemand bekehrt.» (Markus 4,10-12)
Was ist das für ein Gott, der nicht verstanden werden will? Der Umkehr kategorisch ausschliesst, «bis die Städte wüst werden»? Diese Provokation liess selbst Charles M. Schulz, den Schöpfer der «Peanuts», nicht kalt, der seinen Charlie Brown in einem berühmten Comic-Strip aus dem vom 11. Oktober 1970 verzweifelt Jesaja 6,11 («Herr, wie lange?») zitieren lässt, da ihm Lucy (als Running Gag) wiederholt auf gemeine Weise den Football vor dem Abkick wegzieht.
Auch wir könnten heute wie Charlie Brown oder wie Jesaja fragen: «Herr, wie lange?» Wie lange noch soll es weiter abwärts gehen mit unserer Kirche? Mit unserem Glauben? Mit unseren Traditionen? «Bis die Kirchen wüst werden?» Jesaja gibt uns keine ermutigende Antwort. Aber auch Jesus sagt glasklar, dass die meisten Menschen ihn nicht verstehen, nicht umkehren und ihnen nicht vergeben wird. Sind wir nach 1 700 Jahren christlichem Abendland auf dem Weg in die Glaubenswüste? Und dies womöglich als Teil eines grösseren göttlichen Plans? Wenn ja, was würde das für unsere Kirchenreform bedeuten? Für unser Selbstverständnis als Landeskirche? Für unser künftiges Dasein und Wirken in den Kirchgemeinden? Oder wäre das ein unerträgliches Gottes- und Kirchenbild, das mit allen Mitteln bekämpft werden muss?

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Der Informationsdienst der Landeskirche, Claudia Daniel-Siebenmann und Barbara Laurent, leiten und administrieren den Blog der Reformierten Landeskirche Aargau.

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