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Die Schatten werden länger

Foto: Die Schatten werden länger

Die Schatten werden länger

Dunkelheit bricht in unser Licht

Bäume – Sträucher brechen ein

Das letzte bisschen Leben das zerbricht…..

 

Der November ist der Monat im Jahr, der uns besonders deutlich macht wie vergänglich und endlich das Leben und alles Sein ist.

  • Die Tage werden kürzer.
  • Die Sonne verliert ihre grosse Kraft.
  • Die Blätter sind gefallen und alles färbt sich dem Farbton der Erde an.

Nicht zufällig werden auch die Jahreszeiten oft als Sinnbild für das Leben genommen. Jede Phase ist in sich schön und stimmig. Im Frühling das Wunder des Lebens. Dann das Blühen und Wachsen im Sommer. Im Herbst das langsame vergehen und im Winter das Starre und scheinbare Ende.

Im Monat November verknüpft das Kirchenjahr die Themen und Fragen von Ende und Anfang auf eine ganz besondere Weise miteinander.

Am 21. November 2021 des Monats November, feiern wir den sogenannten „Ewigkeitssonntag“ oder auch bekannt unter dem Namen „Totensonntag“.

An diesem Sonntag gedenken wir noch einmal besonders an unsere Vergänglichkeit und unserer Verstorbenen. Das tut den Menschen gut die traurig sind.

Wir erleben ja, wenn wir einen Menschen verlieren, immer eine unaussprechliche Trauer und ein Schmerz. Da tut es gut und ist irgendwie tröstlich, wenn wir an den Menschen, den wir unwiderruflich loslassen mussten, besonders denken und ihn damit ehren.

Das Besondere am Kirchenjahr ist, dass schon am darauffolgenden Sonntag nach dem Ewigkeitssonntag gleich der 1. Advent folgt. Das Kirchenjahr beginnt mit dem 1. Advent.

Wir warten im Advent auf Weihnachten, auf die Geburt von Jesus. Es ist eine freudige Zeit und wir freuen uns, weil Gott als Mensch zu den Menschen gekommen und uns nahe ist.

Die Adventszeit ist die dunkelste Zeit im Jahr. Es wird aber immer heller. Nach und nach werden die Adventskerzen entzündet und nach der Heiligen Nacht am 24. Dezember werden die Tage allmählich wieder länger.

Ich habe vor einigen Jahren, nach dem ein mir nahestehender Mensch im Herbst verstorben ist, ein Text – Lied geschrieben. In diesem Text sind all meine Gedanken, Trauer, Fragen, Zweifel, Widersprüche des Lebens und mein Schmerz vorhanden. Aber in dem Text ist auch meine leise Hoffnung, mein Festhalten an den, der von sich selber sagt, dass er die Auferstehung und das Leben ist, vorhanden.

Die Schatten werden länger

Dunkelheit bricht in unser Licht

Bäume – Sträucher brechen ein

Das letzte bisschen Leben das zerbricht

Schmerz und die Trauer

Kamen über uns wie die bittere – dunkle Nacht

Tränen und Einsamkeit

Hat dein Fortgehen zu uns gebracht

Was liegt wohl hinter dem Ende

Frag ich mich oft in mancher stillen Nacht

Liegt dort nur die Dunkelheit

Oder ein Lichter – Farbenmeer in unendlicher Pracht

 

Ich frag mich oft.

Geht`s hinterm Horizont wohl weiter?

Liegt hinterm Horizont Meer und weites Land?

Werden wir dort begrüsst?

Reicht uns jemand freundlich seine Hand?

 

Man sagt mir: Du bist ein Narr an so etwas zu glauben

Was du nicht sehen kannst und versteh`n

Aber ich spühr in uns Menschen brennt die Sehnsucht

Über Horizonte zu sehen und auch zu geh`n

 

Ich will`s hoffen und glauben

Gegen jeden Augenschein

Hinterm Horizont geht’s weiter

Und der Himmel wird dort für mich sein

 

Ich spür:

Hinterm Horizont gehts weiter

Hinterm Horizont liegt Meer, Strand und weites grünes Land

Da werden wir begrüsst

Jemand reicht uns dort freundlich seine Hand

 

Franco Pedrotti

 

 

 

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2 Kommentare

  1. die nacht erleuchtet die sterne, und die sterne erleuchten wiederum die nacht. es ist ja eigentlich gar nicht so, dass man das nicht sehen würde. man sieht es sogar mit geschlossenen augen – wenn das gewusel mal aufhört, wir während des lebens gestorben sind. und was heisst „während“ und „hinter dem horizont“? schauen wir nachts in die grosse erleuchtung, unsere herkunft, die alles durchdringt, in der wir leben, hinein: gibt es da irgendwo einen rand? mit rand und ohne rand, beides geht nicht. das, worin wir leben ist mehr als raum und zeit. und darum – wenn ich eine zeile an das gedicht anhängen darf – , was wir vermissen, nicht weit.

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