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Frischer Wind in der Kirche – eine rechte Herausforderung!

Foto: Frischer Wind in der Kirche – eine rechte Herausforderung!

Die Jugendgruppe B3 der Reformierten Kirche Brittnau präsentiert ein neues Video zur Kirchenreform 26/30. Ihre Sicht auf die Kirche und die Reform beeindruckt mich: Die leere Kirche, die der junge Mann am Anfang mit Befremden vorfindet, soll nicht leer bleiben. Deshalb werden Menschen zusammengerufen, die lauter Gegenstände mitbringen, welche auf den ersten Blick gar nicht in eine Kirche passen: Ein Sofa, einen Ball, eine Kaffeemaschine, Essen und Trinken, ein Uno-Spiel.

Die Kirche wird auf diese Weise nicht nur mit Menschen und Gegenständen gefüllt, sondern vor allem mit Leben. Kreatives Chaos herrscht.

Im Kontrast dazu der Pfarrer, der einsam am Schreibtisch arbeitet. Er erinnert mich an meine eigenen frustrierenden Erfahrungen, wo ich als Hauptamtlicher zwar für die Gemeinde gearbeitet habe, aber nicht mit ihr. Trotz allem Bemühen erlebt man sich im Berufsalltag der Kirchgemeinde bisweilen als Einzelkämpfer oder Einzelkämpferin.

Kein Wunder, was passiert, wo diese beiden Welten in dem Film aufeinander prallen: Der Pfarrer ist irritiert und entsetzt, wie er «seine» Kirche vorfindet. Die gerade noch fröhlich spielenden Kinder verharren in ihrem Spiel und blicken ängstlich auf den Pfarrer – ein dramatischer Moment.

Ein junges Mädchen löst die angespannte Situation auf: «Kommen Sie doch auch mit uns Uno spielen! Kommen Sie!»

Eine kindlich-geniale Lösung: Mach einfach mit! – Alle anderen, die verstreut in der Kirche sitzen, sind ebenfalls gefragt: «Ihr auch, kommt!»

So bringt das Mädchen alle miteinander an den Tisch: Jung und Alt, Mann und Frau, die Kirchenbesuchenden und den, der sich eben noch als Hausherr aufgespielt hat. In der Schlussszene sitzt eine bunte Schar von 16 Leuten an einem 4er-Tisch – es ist Platz für alle da!

Was ich an dem Videoimpuls der Jugendgruppe inspirierend finde: Die leere Kirche wird umgenutzt, aber nicht zweckentfremdet. Kreativ und mit einem Augenzwinkern erzählt, geben mir die Jugendlichen aus Brittnau Wichtiges mit auf den Weg für die Kirchenreform 26/30:

Alle Interessensgruppen können und sollen mitmachen. Wenn wir die Kirche mit Leben füllen wollen, müssen wir ungewöhnliche Wege gehen, kreativ und vielleicht sogar chaotisch, damit wirklich Neues entstehen kann. Doch das hat auch bedrohlichen Charakter, am meisten vermutlich für die Hauptamtlichen, die existenziell von den anstehenden Veränderungen betroffen sind, weil für sie so vieles daran hängt: Ihre Arbeit (Beruf-ung), ihr Lebensmittelpunkt (besonders bei den Pfarrpersonen mit Residenzpflicht), ihr Einkommen, das für den Lebensunterhalt reichen muss, und ihre persönliche Identität (Glaube, Wertesystem etc.). Wir müssen deshalb den Mitarbeitenden besonders Sorge tragen und sie (wie das Mädchen es im Video vormacht) gezielt in die Reform einbeziehen: Kommen Sie doch auch! Die Kirchenreform 26/30 kann nur als Gemeinschaftswerk gelingen.

Ich danke der Jugendgruppe B3 für ihren wertvollen Impuls!

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