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Gross denken und lokal in Beziehung bleiben.

Luftaufnahme von Mandach inmitten vieler Felder

Ausgehend von den Blogbeiträgen von Lutz Fischer und Stefan Siegrist fand sich eine Arbeitsgruppe zusammen, die in 16 Sitzungen ein Konzept entwickelte, welches kirchliche Strukturen vom Ballast befreit. Das Modell denkt nicht mehr geografisch vom Ort her, sondern thematisch von den Aufgaben und von den Bedürfnissen der Menschen her.
Kern des Modells ist eine Netzwerk-Struktur, die eine Mitarbeit in verschiedenen Gruppen nach Gaben, Begabungen und persönlichen Vorlieben ermöglicht. Das Rückgrat aus einer strategisch arbeitenden Kirchenpflege, einer Geschäftsleitung mit professionell besetzten Stabsfunktionen und einem unterstützenden Teammanagement ermöglicht den Netzwerk-Teams kreative Freiräume für die Gestaltung des kirchlichen Lebens vor Ort und in überregionaler Zusammenarbeit.

Das Konzept ist kein fertiges Rezept, sondern eine Einladung, Kirche gemeinsam weiterzuentwickeln. Es beschreibt den Rahmen – die konkrete Ausgestaltung sollen die beteiligten Kirchgemeinden gemeinsam entwickeln.
Am Diakonatskapitel vom 7. Mai wurde das Konzept erstmal einem grösseren Kreis vorgestellt. Die Diskussionen zeigten, dass das Projekt auf grosses Interesse stösst und viele Fragen aufwirft.

Sozialdiakonin Celine Rickenbacher-Slavkovsky war bei der Vorstellung des Netzwerk-Modells beim Diakonatskapitel dabei. Sie fasst ihre Eindrücke folgendermassen zusammen:

«Die Idee hinter dem Projekt finde ich sehr spannend, denn Zweier-Fusionen von Kirchgemeinden sind längerfristig wahrscheinlich nicht nachhaltig genug. Um zukunftsfähig zu bleiben, braucht es grössere und tragfähigere Strukturen. Besonders in der Verwaltung sehe ich grosses Potential für Synergien und dadurch auch für eine spürbare Entlastung. Auch eine Professionalisierung der Personalführung wäre mein Wunsch.

Entscheidend ist jedoch, dass das kirchliche Leben vor Ort bleibt. Das ist die Stärke unserer Kirche, die keinesfalls verloren gehen darf. Es darf keine «Gleichschaltung» geben, wie bei anderen Grossfusionen, wo Kleine einfach von Grösseren «geschluckt» werden. Auch kleine Gemeinden haben ihre Daseinsberechtigung und lokale Eigenheiten müssen auch nach einem Zusammenschluss weiterhin sichtbar und lebendig bleiben dürfen.

Die Netzwerk-Struktur kann dazu beitragen, dass verstärkt sozialräumlich gearbeitet wird, also in Projekten, die auf das jeweilige Dorf oder den konkreten Ort zugeschnitten sind und auch die Bevölkerung weit über die Kerngemeinde hinaus ansprechen. Die Zusammenarbeit hat viele Vorteile, so könnte beispielsweise eine Küttiger:in ein für sie passendes Projekt oder sozialdiakonisches Angebot in Erlinsbach finden oder umgekehrt.

Was dabei nicht aus den Augen verloren gehen, darf: Beziehungen machen Kirche aus. Kirche muss am Ort verankert bleiben. Das neue Modell macht mir diesbezüglich Hoffnung: Gross denken und zugleich lokal in Beziehung bleiben.»

Diskutieren Sie mit! Das detaillierte Konzept und eine mit Notizen versehene Präsentation sind online verfügbar.

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Eingestellt von Informationsdienst der Landeskirche

Der Informationsdienst der Landeskirche, Claudia Daniel-Siebenmann und Barbara Laurent, leiten und administrieren den Blog der Reformierten Landeskirche Aargau.

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