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Regionale Profilgemeinde oder lokale Ortsgemeinde?

Foto: Regionale Profilgemeinde oder lokale Ortsgemeinde?
Foto: Drohnenaufnahme von Lutz Fischer

verfasst von Mechthild Schaber, freiwillige Mitarbeitende der Kirchgemeinde Birmenstorf-Gebenstorf-Turgi

Als wir vor 33 Jahren von Baden-Württemberg in die Schweiz zogen, sind wir in Gebenstorf (Wohnort) in die reformierte Kirche gegangen. Da wir aber im Gottesdienst regelmässig keine weiteren Familien antrafen, haben wir uns schliesslich für eine Freikirche entschieden. Für uns war es wichtig, als ganze Familie gemeinsam in den Gottesdienst zu gehen. Den Ausschlag gaben schliesslich auch die zugänglichen Predigten und die lebendige Kinderarbeit. So fuhren wir mit unseren vier Kindern während 25 Jahren sonntags jeweils 20 Minuten zu unserer Gemeinde.

Während dieser Zeit hielten wir auch den Bezug zur reformierten Kirchgemeinde aufrecht und haben regelmässig spezielle Gottesdienste mit unserem Family-Brass-Quartett begleitet. Auch mit der Flötengruppe bin ich seit vielen Jahren in den Taizéfeiern aktiv dabei. Nachdem unsere Kinder erwachsen waren, zog es uns zurück in den Gottesdienst vor Ort, in die reformierte Kirchgemeinde Birmenstorf-Gebenstorf-Turgi. Der grosse Pluspunkt für uns: Dort treffen wir auf Menschen, die im selben Ort leben und die wir aus der Nachbarschaft kennen oder beim Einkaufen treffen können. Das ist schön und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Und: wir können die Kirche bequem zu Fuss oder mit dem Velo erreichen. Ausserdem schätzen wir die schönen Kirchen in unseren Dörfern.

Wir bringen unsere Begabungen und Talente nun in der Kirchgemeinde vor Ort ein und haben auch hier sofort wieder Aufgaben übernommen. Uns liegt besonders die Musik am Herzen, zusätzlich helfe ich beim Abendmahl mit und bin sehr gerne als Lektorin tätig und mein Mann ist auch als Organist im Einsatz. In unserer Kirchgemeinde gibt es viele Freiwillige in verschiedenen Gruppen. Das Miteinander ist wichtig: Im Kirchenkaffee sitzt man nach jedem Gottesdienst noch lange zusammen, man kennt sich, man feiert miteinander.

Wir besuchen die Gottesdienste an allen drei Standorten der Kirchgemeinde Birmenstorf-Gebenstorf-Turgi – unabhängig davon, welche Pfarrperson die Predigt hält. Was ich jedoch vermisse, sind die lebendigen Gottesdienste und Predigten der Freikirche. Aber das haben wir ja vor dem Wechsel gewusst. Jedoch kann ich heute zusätzlich auch online Predigten anhören und so meinen geistlichen Hunger stillen.

Leider ist die Altersstruktur in der reformierten Kirche eine andere als in der Freikirche: dort gibt es zahlreiche Kindergruppen für jedes Alter und dort gehen die Familien komplett und regelmässig in den Gottesdienst. Hier wären wir schon froh um ein paar wenige Familien, denn es wäre für die ganze Kirchgemeinde eine Freude, wenn nach dem Gottesdienst Kinder umherspringen würden. Zahlreiche Familien vor Ort gehen in diverse Freikirchen, die für Familien einfach attraktiver sind. Auch unsere Kinder und Enkel gehen weiterhin in die Freikirche – dort haben sie ihre langjährigen Kontakte und Freundschaften.

In einer grösseren Kirchgemeinde Profilgemeinden mit unterschiedlichen theologischen Schwerpunkten zu etablieren, wäre meiner Meinung nach keine gute Lösung – da könnte ich geradesogut wieder in eine Freikirche gehen. Ich möchte mich aber bewusst hier vor Ort einbringen und die Gemeinde mitprägen.

verfasst von Mechthild Schaber, freiwillige Mitarbeitende der Kirchgemeinde Birmenstorf-Gebenstorf-Turgi

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Eine Arbeitsgruppe hat ein neues Konzept einer überregional zusammengeschlossenen, netzwerkartig aufgebauten Kirchgemeinde entworfen. Das detaillierte Konzept und eine mit Notizen versehene Präsentation sind online verfügbar. Dieses Konzept soll nun diskutiert und präzisiert werden. Ihre Meinung dazu ist wichtig. Neben Kommentaren unter den verschiedenen Blogbeiträgen zum Thema besteht am 20. August, 19 Uhr in Baden die Möglichkeit zu Austausch und Diskussion des Konzepts.

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Eingestellt von Informationsdienst der Landeskirche

Der Informationsdienst der Landeskirche, Claudia Daniel-Siebenmann und Barbara Laurent, leiten und administrieren den Blog der Reformierten Landeskirche Aargau.

1 Kommentare

  1. Die Stellungnahme von Mechthild Schaber verstehe ich sehr gut. Dass regelmäßige Gottesdienstteilnehmer Anlässe in einer anderen Gemeinde besuchen, habe ich sehr selten erlebt. Die meisten sind nicht einmal in der eigenen, größeren Kirchgemeinde an einen anderen Gottesdienstort zu bringen. Nur Pfarrer*innen oder Sozialdiakon*innen machen das manchmal.

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