Verfasst von Claudia Daniel-Siebenmann, Leiterin Kommunikation
Das neue Konzept einer überregional zusammengeschlossenen, netzwerkartig aufgebauten Kirchgemeinde hat zu zahlreichen Rückmeldungen geführt. Das detaillierte Konzept und eine mit Notizen versehene Präsentation sind online verfügbar. Neben Kommentaren unter den verschiedenen Blogbeiträgen zum Thema besteht am 20. August, 19 Uhr in Baden die Möglichkeit zu Austausch und Diskussion des Konzepts.
Ein Blick über den Gartenzaun: Bücher und Webseite
Doch nicht nur im Aargau wird über neue Strukturen von Kirche nachgedacht. Unter dem Namen «Regiolokale Kirchenentwicklung» haben Michael Herbst und Hans-Hermann Pompe 2017 eine Broschüre veröffentlicht, die mittlerweile in fünfter Auflage erschienen ist. Mit dem Begriff «regiolokal» verbinden sie die Idee, dass kirchliches Leben regional geplant und lokal ausgestaltet wird.
Webseite
Die Evangelische Landeskirche in Würtemberg hat basierend auf dieser Idee eine Webseite mit zahlreichen Materialien erstellt.
Ein Podcast
Und auch in Podcasts wird das Thema aufgegriffen und vertieft: Im Podcast «Praktisch. Theologisch. Kirche» unterhalten sich Kaja Kaiser, Pfarrerin in Engen am Bodensee (DE), Benni Limbeck, Doktorand an der Universität Zürich und Mitarbeiter am TDS Aarau, und Michael Herbst, Pfarrer und emeritierter Professor für Praktische Theologie, darüber, wie Kirche heute gut funktionieren kann. Mehrere Staffeln sind schon erschienen, zu Themen wie Seelsorge, geistlicher Leitung, Gebet, Mission, Spiritualität. Dabei immer mit im Fokus sind Fragen der regiolokalen Kirchenentwicklung und der Ermächtigung von Freiwilligen.
Insbesondere in Staffel 9 zum Thema «Ehrenamtskirche», die Prof. Michael Herbst in Folge 1 mit dem provokanten Titel «Hauptamtliche brauchen wir ja dann nicht mehr» eröffnet. Dieser Vortrag wird in den weiteren Folgen kontrovers diskutiert. In Folge 9.7 beschreibt Patrick Todjeras, österreichischer Pfarrer und Rektor des Werks für Evangelisation und Gemeindeaufbau und Direktor des Instituts zur Erforschung von Mission und Kirche (IMK), die Idee regiolokaler Kirchenentwicklung mit einem guten Bild. Er vergleicht den Dreiklang aus lokaler Ebene, wo das Herz und die konkrete Gemeinschaft lebt, der regionalen Ebene, die Kompetenz, Begleitung und Schulung bietet und der überregionalen Ebene, die Kirchenrecht, Standards und Qualifizierung sicherstellt, mit einem guten Küchenplan:
«Vor Ort wird gekocht, Gemeinschaft, Gebet, Alltag. Regional sorgt jemand dafür, dass genügend Zutaten vorhanden sind und niemand am Herd allein kollabiert und überregional gibt es Lebensmittelrecht und Kochschule, Kirchenrecht und Weiterbildung, damit nicht jede Hausgruppe irgendwann beschliesst, Salmonellen seien auch nur eine kontextuelle Auslegung» (Folge 9.7, ab Minute 22.50 bis 23.30). Kurz: «Nähe unten, Kompetenz in der Mitte und Verlässlichkeit oben.»
Überregionale Zusammenschlüsse weiterdenken
Für die Weiterentwicklung und die konkrete Ausgestaltung der Idee einer überregional zusammengeschlossenen, netzwerkartig aufgebauten Kirchgemeinde bietet der Podcast einige spannende Impulse und Gedanken. Reinhören lohnt sich. Auf Feedback – per Mail oder als Kommentar unter diesem Blogbeitrag – freut sich die Arbeitsgruppe «Überregionale Zusammenschlüsse».
Verfasst von Claudia Daniel-Siebenmann, Leiterin Kommunikation
