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Sauwohl

Foto: Sauwohl

Den Schweinen im Bild scheint es wohl zu sein. Wer mag es Tieren, und besonders Haustieren gönnen, wenn es ihnen wohl ist? Wer freut sich mit, wenn es anderen, auch anderen nichtmenschlichen Wesen sichtlich wohl ist?

Wohlbefinden wie auch Unwohlsein ist ansteckend. Wohlsein gilt leider bei uns nicht als anzustrebender Wert. Es geht um Rendite und finanziellen Gewinn. Dafür muss man leiden, Opfer bringen und vieles ausblenden. Profit wird mit Unwohlsein von Menschen und anderen Wesen erkauft.

Empfindsame Menschen haben heute schon Mühe, Tiere allein für ihren Nutzen als Fleisch-, Milch- oder Eierlieferanten einzusperren. Ich könnte mir vorstellen, dass viele Menschen humaner mit Tieren umgehen würden, wenn kein Druck da wäre. Wer wird froh durch Einsperren von anderen?

Hie und da denke ich, ein kirchliches Schlachtfest, das den ganzen Zusammenhang von Leben, Töten und Essen würdigt, wäre feiernswert.

Ich freue mich sehr, wenn ich Haustiere sehe, die ohne viel Stress im Freien herumtollen. Die gute Laune von Weidetieren macht mich viel nachhaltiger froh, als manche Bratwurst. So esse ich immer seltener Fleisch und häufiger, solches, das von Tieren stammt, die ein schönes Leben hatten und vielleicht sogar nahe an ihrem Lebensort geschlachtet wurden.

Am Bewusstsein, dass Tiere fühlende Wesen sind und eine eigene Würde haben, können wir noch stark arbeiten. Die Kirchen als Hüterinnen von vielen Geschichten von Gott als Schöpferkraft könnten da einen wichtigen Part übernehmen. Manchmal denke ich, ein kirchliches Schlachtfest, das den ganzen Zusammenhang von Leben, Töten und Essen würdigt, wäre feiernswert.

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Verfasst von Simon Pfeiffer

Als ehemaliger Gemeindepfarrer auf der Fachstelle Pädagogisches Handeln, als miterziehender Vater in Teilzeitanstellung, als christlich geprägter Theologe mit Islamwissenschaftsstudium und Germanist mit Vorliebe für Mittelalter, Krimis und Fantasy lese und höre ich vielerlei. Gerne erprobe ich neues Wissen im Dialog. Und sehr gerne denke und spüre ich über Grenzen hinweg. Ich arbeite mit in der Arbeitsgruppe 1 "Inhalt und Botschaft".

2 Kommentare

  1. bevor ich kommentiere, gehe ich zu den news, um nicht allzu sehr an der welt vorbeizuschreiben. aktuell die ersten drei: unumkehrbare gletscherschmelze, teilmobilmachung und annexion, asteroiden sollen abgelenkt werden. „sauwohl“ in einer welt voller krisen? „du deckst mir den tisch im angesicht meiner feinde. . .“ (psalm 23) fleisch findet man wohl nicht darauf. aber alternativen. und daran feinde, die vor lauter wohlbefinden und in der perspektive schauen von angesicht zu angesicht nicht mehr feinde sind. übrigens denke ich, wir sollten uns gegenüber pädophilen so verhalten, dass sie sich in der gemeinschaft erwachsener pudelwohl fühlen. (1kor 6.9-11, arsenokoites hier nicht als homosexualität generell, sondern als pädophilie)

    • Was Pädophilie mit dem Wohl von Tieren, die von Menschen gehalten werden, zu tun hat, erschliesst sich mir nicht ganz. Sie denken, dass Pädophile ihre Einstellung möglicherweise ändern könnten, wenn ihnen unter Erwachsenen wohler wäre?
      Ich finde halt schwierig, wenn ein Mensch jemand anderem seinen Willen aufzwingt, egal ob durch Gewalt, Drohung oder Verführung. Aber das sind ja zum Teil Geschichten, die sich über Generationen hinziehen.

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