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Aufbrechen

Foto: Aufbrechen

Unsere Zeit  braucht Visionen. Kirchen, Firmen, Institutionen sind auf der Suche nach Leitideen in einer Zeit der Umbrüche. Viele wollen sich im verstärkten Überlebenskampf aller gegen alle besser positionieren.

Native Americans kannten die Vision Quest als festen und manchmal wiederkehrenden Bestandteil im Leben Erwachsener. Wer von einer Vision Quest aus der Wildnis zurückkehrte, trug oft einen neuen Namen und hatte ein neues Ziel.

Zu einer Vision Quest gehörte eine gute Vorbereitung, Reinigung, das Ablegen der üblichen Kleidung. Sie wurde begleitet durch wohlgesinnte Freunde und Lehrer und führte die suchende Person in die Wildnis an einen Ort, der bessere Übersicht und Durchlässigkeit für die Nähe des Heiligen versprach. Die suchende Person fastete, setzte sich den Elementen aus, und vor allem richtete sie einen tiefen fragenden Hilferuf an Gott. Die Antwort konnte beispielsweise ein Vogel sein, der in einer bestimmten Weise schaute, eine Stimme, oder ein ausführlicher visionärer Traum.

Zu einer Vision Quest ging man nie für sich allein. Im Kern war immer die Frage: Was kann ich zur Gemeinschaft beitragen?

Zu einer Vision Quest ging man nie für sich allein. Im Kern war immer die Frage: Was kann ich zur Gemeinschaft beitragen? Was ist meine Rolle? Wer zurückkam, war ein neuer Mensch mit einem neuen persönlichen Auftrag für das Wohl aller.

In der Sicht des amerikanischen Theologen Steven Charleston finden sich im Matthäusevangelium Hinweise zu vier solchen Quests im Leben von Jesus. Sein Buch The Four Vision Quests of Jesus ist lesenswert.

Visionen sind kaum bequem am Steuer erreichbar.

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Verfasst von Simon Pfeiffer

Als ehemaliger Gemeindepfarrer auf der Fachstelle Pädagogisches Handeln, als miterziehender Vater in Teilzeitanstellung, als christlich geprägter Theologe mit Islamwissenschaftsstudium und Germanist mit Vorliebe für Mittelalter, Krimis und Fantasy lese und höre ich vielerlei. Gerne erprobe ich neues Wissen im Dialog. Und sehr gerne denke und spüre ich über Grenzen hinweg. Ich arbeite mit in der Arbeitsgruppe 1 "Inhalt und Botschaft".

1 Kommentar

  1. meditieren – werden wie ein tier. weniger angewiesen auf umwelt- und klimabelastende bestandteile unserer „zuvilisation“, wie ein sprayer schrieb. immer wieder habe ich lust aufzubrechen. aus der elektronischen welt in ein weniger elektronisch mitbestimmtes leben. bisher immer wieder rückkehr, rückfall. sollte ich mal nicht mehr da sein, bin ich dann „dort“. 😉

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